Der Weg in die Klimaneutralität

26 Oktober 2021

Der Weg zur Klimaneutralität ist für Unternehmen und Kommunen nicht immer leicht und stark abhängig von den individuellen Begebenheiten. In den meisten Fällen werden daher spezifische, auf die jeweiligen Organisationen zugeschnittene Betrachtungen und Lösungen benötigt. Zusammengefasst werden diese unter dem Begriff Klimamanagement – doch was genau ist damit eigentlich gemeint?

Vereinfacht ausgedrückt handelt es sich beim Klimamanagement um Maßnahmen zur Identifikation, Kontrolle sowie Reduzierung bzw. Vermeidung von klimarelevanten Emissionen. Hierfür gibt es unterschiedliche Methoden und Elemente, die jedoch vom Grundaufbau immer ähnlich sind und im Folgenden näher erläutert werden.

Erfassung des Status Quo

Am Anfang des Gesamtprozesses steht zunächst die Erfassung des Ist-Zustandes in Form eines sogenannten Carbon Footprints. Hier stehen mehrere Optionen zur Verfügung, am gebräuchlichsten sind folgende Standards für die Treibhausgasbilanzierung auf Organisationsebene (Corporate Carbon Footprint):

  • Greenhouse Gas (GHG) Protocol
  • DIN EN ISO 14064

Beide Standards sind ähnlich aufgebaut und unterscheiden die Treibhausgasemissionen anhand sogenannter Scopes („Betrachtungswinkel“):

  • Scope 1: direkte Emission des Unternehmens durch Gebäudebewirtschaftung, Prozesse und Fuhrpark
  • Scope 2: indirekte Emissionen durch extern bezogene Energie, wie z. B. Strom und Fernwärme
  • Scope 3: indirekte Emissionen, z. B. durch Fahrten der Mitarbeiter zum Arbeitsplatz, gekaufte Güter und Dienstleistungen usw.

Quelle: Energieeffizienzagentur Nordrhein-Westfalen (http://www.ccf.nrw.de/navi/downloads/emissionsquellen/Emissions_Kategorien_Scopes.pdf)

Während sich Scope 1 und 2 erfahrungsgemäß relativ einfach bestimmen lassen, z. B. anhand von Abrechnungen des Energieversorgers, ist  Scope 3 mit den vor- und nachgelagerten Aktivitäten oftmals deutlich schwieriger zu beschaffen und erfordert eine umfangreichere Datengrundlage.

Zu beachten ist, dass nach derzeitigem Stand nur Scope 1 und 2 vollständig erfasst werden müssen und bei Scope 3 die Fokussierung auf wesentliche sowie durch das Unternehmen aktiv beeinflussbare Treibhausgasquellen ausreichend ist. Für eine ungefähre Einschätzung hinsichtlich der Betrachtungsrelevanz empfiehlt sich jedoch zumindest eine überschlägige Betrachtung aller im Scope 3 enthaltenen Elemente. Besonders interessante oder relevante Teilaspekte können im Folgeschritt dann entsprechend detaillierter betrachtet werden.

Der Aufwand zur Beschaffung der hierfür erforderlichen Daten ist kann jedoch erfahrungsgemäß recht hoch sein, empfehlenswert ist auch die Nachfrage nach Emissionsangaben bei vor- und nachgelagerten Unternehmen in der Produktionskette.

Der Carbon Footprint kann nicht nur bezogen auf Organisationen, sondern auch für konkrete Produkte oder Projekte ermittelt werden (Product Carbon Footprint bzw. Project Carbon Footprint).

Weitere Maßnahmen

Die Erfassung der klimarelevanten Emissionen erfolgt nicht einmalig, sondern fortlaufend, und bildet die Grundlage für Maßnahmen zur Reduzierung besagter Emissionen. Diese können auf verschiedene Art und Weise erfolgen, z. B. durch die Umstellung auf regenerative Energieträger oder den Einsatz alternativer Technologien. Sinnvoll ist jedoch grundsätzlich immer, zunächst die Effizienz von Prozessen und Anlagen soweit technisch und wirtschaftlich möglich zu optimieren. Dadurch sinkt der Bedarf an klimaneutralen Energieträgern und zusätzlich lassen sich Kosten sparen, die wiederum zur Finanzierung der Maßnahmen beitragen.

Zur Priorisierung der Maßnahmen können die Ergebnisse aus dem Carbon Footprint herangezogen werden, der einen guten Überblick über die bedeutendsten klimarelevanten Verbraucher innerhalb der eigenen Organisation verschafft. Damit die getroffenen Maßnahmen langfristig erfolgreich und auch nachweisbar sind, ist ein systematischer Prozess erforderlich unter Nutzung geeigneter Kennzahlen. In jedem Fall sinnvoll ist zudem die Erstellung einer offiziellen Klimastrategie, in der die gesetzten Ziele und Vorgehensweisen von der obersten Organisationsebene definiert und vorgegeben werden.

Sofern intern bereits entsprechendes Know-How und Ressourcen vorhanden sind, bietet sich die Kopplung mit anderen relevanten Bereichen an, z. B. hinsichtlich Energiemanagementsystemen. Zusätzlich betrachtet werden sollten Möglichkeiten zur Nutzung von Fördermitteln, sowohl für die Umsetzung von Maßnahmen als auch für die Erstellung von Konzepten. Sinnvoll ist in jedem Fall auch die Möglichkeit zur Kommunikation nach außen der gesetzten Ziele und erreichten Einsparungen (Stichwort „Außendarstellung“).

Abhängig von Branche und geografischer Lage kann es zudem sinnvoll oder sogar erforderlich sein, das Thema Klimafolgenmanagement im Gesamtprozess mit zu betrachten. Hier geht es um die Abschätzung von Risiken, die sich durch veränderte klimatische Bedingungen ergeben, z. B. durch Naturkatastrophen, aber auch durch Veränderungen bei Geschäftsmodellen. Basierend auf den ermittelten Risiken lassen sich entsprechende Vermeidungsstrategien erstellen.

Fazit

Die Bedeutung eines systematischen Klimamanagements nimmt immer mehr zu, der individuelle Stand von Unternehmen und Kommunen ist erfahrungsgemäß jedoch sehr unterschiedlich. Eine nähere Auseinandersetzung mit dem Thema ist auf jeden Fall ratsam und mittel- bis langfristig sogar unumgänglich aufgrund stetig verschäfter gesetzlicher Rahmenbedingungen. Das Thema Klimamanagement kann jedoch auch Chancen bieten zur Optimierung von Prozessen sowie zur Ermittlung und Umsetzung von Einsparpotentialen.

Wie können wir Sie unterstützen?

Sie haben Fragen und wünschen ein erstes Beratungsgespräch?
Bitte füllen Sie hierfür unser Kontaktformular aus, um Sie per E-Mail erreichen zu können.
Wir freuen uns auf Sie und Ihre Fragen.

ECA Concept

Messerschmittstr. 5 • D-87437 Kempten
Tel +49 831 960162-0
E-Mail: info@eca-concept.de

Besuchen Sie uns bei:

Bitte füllen Sie mindestens die mit (*) markierten Felder aus. Die abgesendeten Daten werden nur zum Zweck der Bearbeitung Ihres Anliegens verarbeitet. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.